Hörbericht KEF LS50 Pimp von ton-feile

Wie hier nachzulesen gibt es einen tollen Entwickler/Lautsprecherbauer und Freund der sich auch immer wieder über Fertigprodukte hermacht. Heute war ich dort zu Gast um mal meine Ohren darauf zu legen und zu berichten, denn die KEF LS50 ist ja durchaus ein gut beleumundetes Blatt… hier und hier nachzulesen

KEFLS50

Hier mein kleiner Bericht –KEF LS50 vs ton-feile Pimp:

Das Gehäuse ist akustisch toll, klingt tot. Sieht eigentlich gut aus, ist nur Optisch so gar nicht mein Fall. Da müsste eine Blende drüber, das güldene Schimmern ist… schwierig wenn man nicht auf Show steht…

Aber ansonsten ist das toll gemacht, die kleinen Stege der Sicke und das abgeflachte Design des Coax – Hut ab, da steckt ne Menge Grips drin.

Als erstes hörte ich natürlich die reguläre Version – ein wenig vorbelastet durch die Messungen und Meinungen versuche ich mir mal eine eigene Meinung zu bilden.

Erste Eindruck: Das macht an. Das macht eine riesen Bühne. Das klingt nach superber Auflösung. Das hat Stil, das Perlt, das läuft und klingt super sauber und super klar. Und eigentlich nicht wirklich zischelig oder unangenehm. Aber es klingt nicht so, als wäre das alles homogen. Da hat Rebeccca Pidgeon in „Johnny Cope“ einfach wenig zu wenig Brustton. Das klingt nach Tussi und Pop-Produktion, irgendwie künstlich.

Auch die Flöte ist eher ein Peiferl, eigentlich kenne ich das nicht so dünn. Auch ist da ein leichtes Zischeln in der Stimme dass ich on dieser Analogen Aufnahme eigentlich nicht kenne.

Gut, Gegencheck mit Instrumentalmusik von Jazzkantine und Antonio Forcione – mmm… alles etwas zu clean und sphärisch. Die Mitten schweben mit etwas wenig Körper durch den Raum, die Gitarre und die Holzanschläge schrumpfen zu Obertönen zusammen.

Hätte ich keinen Vergleich würde ich sagen: Tolle Auflösung, Superpäzise, sehr analytisch, ein „Werkzeug“

Aber ich kenne meine Aufnahmen und vermisse da das Schlüssige, das was Grund und Obertöne zusammenbringt.

Wobei der Bass prima ist, bis 50hz voll da, erstaunlich dass es so gut wie keinen Gehäuseklang gibt – klasse. Etwas viel Punch, aber das verdeckt, dass bei tieffrequenteren Anteilen dann doch etwas fehlt – aber, das ist ein kleiner Töner, der muss nicht 30hz bei vollem Pegel können J

Dann hat Rainer auf seine Weiche umgesteckt und siehe da… Das was fehlt ist nun da. Tonal sehr schlüssig, mehr Grundton und dennoch bleibt die Präzision erhalten, Gitarren bekommen Korpus, Stimmen Brusstton und Steve Earle singt nun endlich so, wie es sich nach einer Kneipentour gehört – tiefgründig.

Tonal schließt sich die Lücke zwischen dem Grundtonbereich und den unteren Mitten, es wirkt als würden Instrumente und Stimmen wieder ihre Farben bekommen. Nun wirkt es fertig… erstaunlich war der Moment als ich mir Gedanken über die Texte der Lieder und die Stimmintonation gemacht hatte – und vergessen hatte, dass ich ja den Klang analysieren wollte. Tonal ein Volltreffer, die Raumabbildung hat nochmal an Souveränität gewonnen, das sphärische und nach vorne gezogene Klangbild rückt in die Tiefe und bekommt diese auch, zweite Stimmen und  Effekte werden präzise lokalisierbar und klingen einfach schlüssig. Was jedoch geblieben ist, ist eine leichte Zischelikeit. Auch beim Hören unter Winkel war diese vorhanden und aus meiner Hörerfahrung würde ich die dem Diffusor zuordnen. Viele Hochtöner mit Diffusor gefallen mir da nicht wirklich, das ist ein Empfinden, dass da etwas „nicht stimmt“ Deswegen gefallen mir im Hochtonbereich auch über 10khz bündelnde Konzepte oft besser. In Rainer Messungen kann man da auch einen Sprung sehen, aber wenn ich ehrlich bin: Ich würde sie mit dem Pimp sofort nehmen (und aufhören Korinthen zu kacken)… fehlt nur noch die Blende  und das nötige Kleingeld..

Vielen Dank für das Hörerlebnis, das war großes Kino!

Und weil alle immer nach dem Vergleich zur Tafal fragen.

Die beiden klingen tonal ähnlich -quasi eine Entwicklerhandschrift-  die Tafal hat aber in meinen Augen durch das Abstrahlverhalten und den m.M. präziseren und wohnraumtauglicheren Bass und feinerem Hochton eher die Chance auf eine „normale Wohnzimmer“ Hörsituation. Die KEF ist schon eher eine Maschine für einzelne Ohrenpaare…